ASB Magazin
Dezember 2025
10/20

Wohnzimmerreisen durch die Welt

Der ASB-RV MSE lädt ein zu Interkulturellen Wochen

Die bundesweit stattfindenden Interkulturellen Wochen (IKW) möchten das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund und ihre Vielfalt sichtbar machen. Sie sind auch in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders, denn immerhin leben hier Menschen aus ca. 115 Nationen. 

Rund 70 Veranstaltungen in ganz unterschiedlichen Formaten – sei es als Suppenfestival, Familienfest, Workshop oder Ausstellung – wollen dabei den respektvollen Austausch fördern, Vorurteile abbauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Der ASB-Regionalverband Mecklenburgische Seenplatte (MSE), der auch in der Flüchtlingsberatung und Gemeinwesenarbeit tätig ist, beteiligt sich seit vielen Jahren an den Interkulturellen Wochen – und in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Projekt: den „Wohnzimmerreisen durch die Welt“.

Diese Begegnungsveranstaltungen, von denen insgesamt fünf geplant sind, ermöglichen Nähe: Menschen mit Migrationsgeschichte öffnen symbolisch ihr „Wohnzimmer“ und geben einer kleinen Gruppe interessierter Gäste Einblicke in ihre Herkunftsländer, Kulturen und Lebenswege.  Das Besondere ist die persönliche Atmosphäre: In kleinem Rahmen, bei Tee, Musik oder typischen Speisen, erzählen die Gastgebenden von ihrem Alltag, ihren Erfahrungen und ihrer Kultur. Dabei entstehen berührende Begegnungen auf Augenhöhe, die den persönlichen Blick weiten und wertvoll für eine interkulturelle Verständigung sind.

Die Wohnzimmerreisen finden dabei nicht im privaten Wohnraum, sondern in verschiedenen Stadtteilen statt, die eigens für die Veranstaltungen hergerichtet werden und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in ihrem direkten Lebensumfeld ansprechen. Damit das optimal klappt, wird jede Veranstaltung von einem kleinen Team von Gastgeber:innen und „Wohnzimmer-Reisebegleiter:innen“ unterstützt. Sie helfen bei der Planung, beim Ablauf und bei der sprachlichen Verständigung. Gemeinsam schaffen sie damit einen Raum für Begegnung, erzählen Geschichten, die sonst oft ungehört bleiben, und laden Menschen ein, gemeinsam auf „Reisen“ zu gehen – ohne Gepäck, aber mit offenen Ohren und Herzen. Zum Abschluss gibt es einen Stempel in den „Wohnzimmer-Reisepass“.


Text: Sandra Schwanke/ASB MSE