ASB Magazin
März 2024
8/16

Wie mit einem Blick in den Himmel das Lernen gelingt

Im ASB-Hort-Ost lernen die Jüngsten spielerisch die Welt kennen

© Sandra Schwanke/Heike Laabs

Wie mit einem Blick in den Himmel das Lernen gelingt 

Im ASB-Hort-Ost lernen die Jüngsten spielerisch die Welt kennen

Die schlechten Nachrichten über das deutsche Bildungssystem reißen nicht ab. Annähernd ein Fünftel der Grundschüler:innen verfügt nicht über ausreichende Lese-, Schreib- und Mathe­matik­kompetenzen. Außerdem stellt der massive Lehrkräftemangel Schulen vor enorme Herausforderungen. Und nun der wiederholte „PISA-Schock“: Die neuesten Untersuchungen bescheinigten den Neuntklässlern an deutschen Schulen noch schlechtere Ergebnisse als im Jahr 2000.

Die Diskussionen in den Medien, in politischen Gremien und in den Familien zu Ursachen und möglichen Lösungen sind vielfältig. Ein Thema dabei: der Ausbau der Ganztagsschulen und die dafür bereits vorbereitete Einführung des Rechtsanspruchs auf ganzheitliche Förderung für Grundschulkinder ab 2026.

Was sich dabei auch herausstellt: Es sollte bei diesem Ansatz nicht nur um die reine Beschäftigung am Nachmittag in Bastelgruppen und Fußball-AGs gehen. Vielmehr wäre es wichtig, Bildungsangebote über den gesamten Tag hinweg zu schaffen, welche die Kinder in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung unterstützen und bestärken. 

Lernangebote mit Wirklichkeitsbezug
Diesem Ansatz fühlt sich bereits heute der Hort Ost des ASB-Regionalverbandes Mecklenburgische Seenplatte verpflichtet. Er war der erste in Mecklenburg-Vorpommern, der zum „Haus der kleinen Forscher“ berufen wurde, und ist zudem seit zwei Jahren Konsultationshort im Bereich MINT (Fächer der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). In den Fokus gerät dabei das, was aus Sicht des Trägers und der Hortleitung Mädchen und Jungen heute dringend brauchen: Lernangebote mit Wirklichkeitsbezug, die ihnen echte Herausforderungen bieten. 

Wie dies konkret aussehen kann, zeigten die „Galaktischen Wochen“, die der Hort in der letzten Jahreshälfte 2023 durchführte. Nach dem damaligen Motto der Stiftung Forschen, „Abenteuer Weltall – komm mit!“, gab es viel zu erforschen und massig spannende Fragen zu klären: Wie kalt ist es im Weltall? Wie kann unser Spaceshuttle aussehen? Wozu brauchen wir so viele Satelliten? Wird uns der Weltraumschrott gefährlich? Beeinflusst unser Sternzeichen wirklich unsere Persönlichkeit?

In den einzelnen Hortgruppen wurde ebenfalls zu den verschiedensten Fragen geforscht, gemalt, musiziert und gebastelt. Einen spannenden Einblick in das Weltall erhielten die Kinder zudem in einem mobilen Planetarium: Über ihren Köpfen war in einer großen Kuppel der Sternenhimmel zu sehen. Planeten, Sterne und Nordlichter brachten die jungen Forscher und Forscherinnen zum Staunen und Träumen. Es war unglaublich beeindruckend für sie, die Sterne an sich vorbeifliegen zu sehen.

Interaktiv die Welt erkunden
In einer Projektgruppe beschäftigten sich die Kinder auch mit unserer Erde, dem Treibhauseffekt, dem Klimawandel und den Auswirkungen auf unsere Atmosphäre. Sie erkannten, wie wichtig es ist, pfleglich mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen. Eine andere Projektgruppe erforschte die Mondphasen, wieder andere interessierten sich besonders für Sternbilder. Das Weltraum-Bingo, ein Weltall-Quiz und „Einmal Astronaut sein“ waren weitere Angebote, die die jungen Teilnehmer:innen begeisterten. 

An interaktiven Tafeln konnten auch Kinder mit schwächerer Lesekompetenz kurze Texte lesen und dabei Interessantes erfahren. Sie konnten sich ihre Themen eigenständig erschließen. Dabei war es den Erzieherinnen wichtig, sich Zeit zu nehmen, um mit den Kindern die einzelnen Forscherfragen zu lösen, die Schüler und Schülerinnen dabei aufmerksam zu beobachten, ihnen Fragen zu stellen, sich mit ihnen auszuprobieren, zu diskutieren und auch die Familienmitglieder der Kinder einzubeziehen.

Mit Projekten wie diesen gelingt es bestens, die Lernbegeisterung der Kinder zu entfachen. Mit Spaß und Freude gehen die Mädchen und Jungen ihren Neigungen und Interessen nach und erfahren „quasi nebenbei“ viel Wissenswertes. Das „Haus der kleinen Forscher“ in Neubrandenburg – ein schönes Beispiel dafür, wie entdeckendes, forschendes Lernen die Kreativität und Kompetenzen der Kinder fördert und implizit deren Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen trainiert. 


Text: Sandra Schwanke/Heike Laabs